Majoretten- und Twirling-Formationen: Figuren vorbereiten
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Zwischen dem Twirling, einem in der Halle gewerteten Sport, und den Majoretten, einer Tradition des Straßenumzugs, entstehen Gruppenformationen auf ganz unterschiedliche Weise. Dieser Leitfaden klärt das Vokabular, die geforderten Elemente und die Vorgaben der Reglements, damit du eine saubere Gruppenvorführung vorbereiten kannst — ohne die beiden Welten zu vermischen.
Twirling und Majoretten: zwei Welten, die man nicht verwechseln sollte
Twirling — genauer: Baton-Twirling — ist eine sportlich-künstlerische Disziplin, die den Umgang mit einem Baton, Tanz und Turnen verbindet; jede Twirlerin und jeder Twirler führt einen Baton (einen Stab), und die Kür lebt vom Zusammenspiel von Körper, Baton und Musik. Die Disziplin wird oft als nah an der Rhythmischen Sportgymnastik beschrieben: Die Vorführung ist darauf angelegt, gesehen und gewertet zu werden — im Einzel, im Duo oder im Team.
Die Majoretten stehen in einer anderen Tradition: Gruppen in bunten Paradekostümen und auffälligen Kopfbedeckungen, auf der Straße, im Takt einer Blaskapelle. Die Choreografien verbinden das Führen von Metall-Batons, Würfe, Marschieren und Tanzbewegungen, und traditionell ziehen die Majoretten bei Stadtfesten dem Umzug voran. Historisch war es diese Bewegung, die den Baton in den 1950er- und 1960er-Jahren in Frankreich populär gemacht hat — als Sinnbild für Eleganz und Geschlossenheit.
Die beiden Welten überschneiden sich: Sie teilen eine gemeinsame Geschichte und einige Verbandsdisziplinen (Parade Corps, Majorette Corps), und die FSCF etwa fasst die Aktivität unter der Überschrift „majorettes et twirling“ zusammen. Für die Vorbereitung einer Vorführung lohnt es sich aber zu wissen, in welchem Rahmen du arbeitest: Eine Kür, die auf einer abgesteckten Wettkampffläche gewertet wird, folgt einer anderen Logik als ein Umzug durch die Straßen.
Die Figuren, die sitzen müssen, bevor du an Formationen denkst
Auf der Twirling-Seite schreibt das Reglement der UFOLEP fünf Bewegungsfamilien vor, die beidhändig auszuführen sind — also gleich viele Bewegungen mit der linken wie mit der rechten Hand: Rolls (Rollbewegungen), Flips, Fingerarbeit, Pretzels und Würfe (Tosses). Diese Einteilung ist eine gute gemeinsame Grundlage, um die technische Arbeit zu strukturieren, auch wenn die Zahlenwerte eines bestimmten Reglements immer nur für den jeweiligen Verband gelten.
Im Detail beruht die Familie der Würfe auf dem „Thumb Toss“, dem Daumenwurf, mit Fängen, die auch blind erfolgen können — hinter dem Kopf, seitlich, unter einem Kick hindurch oder unter einem beziehungsweise beiden Beinen. Rollbewegungen wie der „Elbow Roll“ führen den Baton am Körper entlang, während die Fingerarbeit den Stab um die Finger kreisen lässt. Eine Kür enthält typischerweise vertikale, horizontale, Finger- und Roll-Passagen.
Die Vielfalt der Ebenen — vertikal, horizontal, schräg — ist ein eigenes Bewertungskriterium, genau wie die Beidhändigkeit. Bevor du Gruppenformationen baust, lohnt es sich also, diese Familien einzeln abzusichern: Eine Figur im Kollektiv trägt nur, wenn jedes Mitglied die Bewegung und ihren Fang beherrscht, auch auf der schwächeren Seite. Erwähnenswert sind außerdem Wettbewerbe ganz ohne Würfe, etwa der X-Strut, der auf turnerischen und tänzerischen Bewegungen aufbaut.
Eine Gruppenformation bauen: Austausch, Zwei-Baton und Formationswechsel
Die Arbeit im Kollektiv hat ihre eigenen Anforderungen. Im Duo verlangt das Reglement der UFOLEP mindestens 2 Austausche und 1 Zwei-Baton-Sequenz pro Athletin oder Athlet, im Team mindestens 3 Austausche und 2 Zwei-Baton-Sequenzen. Ein Austausch ist die Übergabe des Batons von einer Partnerin zur anderen, und Zwei-Baton bezeichnet das gleichzeitige Führen von zwei Batons durch dieselbe Person. Diese Zahlen sind Beispiele aus einem Reglement und keine allgemeingültige Norm: Auch die Teamgröße hängt vom Rahmen ab — bis zu 8 Athletinnen und Athleten in einem Twirling Team der IBTF, 6 bis 8 in einer Équipe Twirl der FFSTB.
Räumlich ist der Schlüsselbegriff der Formationswechsel (form change): Die Anordnung der Mitglieder verändert sich im Lauf der Kür. Die Teamdisziplinen der IBTF verlangen diese Formationswechsel ausdrücklich, und das Exhibition Corps wird sogar nach „Drill Design“, „Maneuvering“ und der Gestaltung von Bildern (pictures and patterns) bewertet, mit Timing und Präzision. Im technischen Team (Twirling Team der IBTF, höchstens 8 Athletinnen und Athleten, ein Baton pro Person, vorgegebene Musik von rund 3 Minuten) müssen alle drei Twirling-Modi von allen Mitgliedern sowohl am Platz als auch in der Fortbewegung ausgeführt werden, mit Austauschen und Mehr-Baton-Arbeit, die ineinandergreifen.
Das Zauberwort bleibt Unisono: Ein gutes Team soll „wie eine Einzige drehen und sich bewegen“. Um solche Formationen vorzubereiten, planen viele Verantwortliche die Platzierungen und Übergänge im Voraus; ein Web-Werkzeug wie Stancz lässt dich Formationen in 2D, 3D und in der Publikumsansicht anlegen und visualisieren. Beim Vokabular denkst du hier in Formationen, Austauschen, Formationswechseln und Wegen durch die Abschnitte der Wettkampffläche — und nicht in den Bezugsgrößen anderer Disziplinen, die in den Twirling-Reglements gar nicht vorkommen.
Umzug oder gewertete Vorführung: Rahmen und Reglement anpassen
In der gewerteten Vorführung ist der Raum klar abgesteckt. Die Wettkampffläche wird von den Linien eines Hallenfeldes markiert: die weißen Tennislinien für Solos, die gelbe Handballlinie für Duos und Teams. Sie ist in Abschnitte unterteilt, und die Kür muss zwingend durch alle 5 Abschnitte führen (Mittelkreis sowie vorne und hinten jeweils rechts und links), dazu kommen eine Bodenpassage und der „hohe“ Raum, also der Sprung. Wer die Fläche verlässt, wird vom Eingangskampfrichter bestraft, und Hebungen gelten als eigene Räume. Bei der Wertung der UFOLEP steht neben der technischen Note von 20 Punkten eine Niveaustufe, und Abzüge gibt es für einen fallengelassenen Baton, einen misslungenen Fang, einen stillstehenden Baton, den Sturz der Twirlerin oder des Twirlers, einen Gleichgewichtsverlust oder gefährliche Turnelemente.
Der Umzug folgt einer anderen Logik. Im Parade Corps (IBTF), das für den Straßenumzug gedacht ist, lautet die strukturierende Regel: ununterbrochene Fußbewegung. Der ganze Fuß wird mindestens alle zwei Zählzeiten aufgesetzt — gehend, stampfend, springend oder hüpfend —, wobei für die Präsentation oder den Beginn höchstens 16 Zählzeiten ohne Schritt erlaubt sind. Alle Twirling-Modi und alle Tanzschritte sind zulässig, der Gruß ist nicht verpflichtend, und eine dauerhafte Vorwärtsbewegung wird nicht verlangt. Die Vorbereitung einer Parade setzt deshalb eher auf Kadenz und auf die Lesbarkeit der Bilder als auf das vorgeschriebene Durchlaufen von Zonen einer Wettkampffläche.
Bleibt, den eigenen Verbandsrahmen zu kennen, denn die Landschaft ist zersplittert. In Frankreich besteht die FFSTB — 2017 aus einer vom Ministerium angestoßenen Fusion hervorgegangen und 2021 mit der Einstufung „Spitzensport“ für ihre Elite-Athletinnen und -Athleten versehen — neben der UFOLEP, deren Sparte Twirling-Bâton 1982 im Geist von „Sport für alle“ entstand, und der FSCF. International ist die IBTF aus der Fusion von WBTF und WFNBTA hervorgegangen. Jeder Verband hat eigene Reglements und eigene Zahlen, und die Regeln ändern sich von Saison zu Saison: Bevor du eine Choreografie festschreibst, prüfe lieber das für deinen Wettkampf gültige Reglement, statt zu verallgemeinern.
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- Was ist der Unterschied zwischen Twirling und Majoretten?
- Baton-Twirling ist eine gewertete sportlich-künstlerische Disziplin, meist in der Halle, die den Umgang mit dem Baton, Tanz und Turnen verbindet und im Einzel, im Duo oder im Team ausgeübt wird. Die Majoretten stehen in der Tradition des Straßenumzugs, als Gruppe im Takt einer Blaskapelle, mit Marschieren, Gruppenfiguren und Tanz. Beide überschneiden sich historisch und teilen einige Verbandsdisziplinen (Parade Corps, Majorette Corps), ohne deshalb dasselbe zu sein.
- Welches sind die fünf Bewegungsfamilien im Twirling?
- Nach dem Reglement der UFOLEP sind die fünf geforderten Familien: Rolls (Rollbewegungen), Flips, Fingerarbeit, Pretzels und Würfe (Tosses). Sie müssen beidhändig ausgeführt werden, das heißt mit ebenso vielen Bewegungen der linken wie der rechten Hand.
- Wie viele Austausche und Zwei-Baton-Sequenzen braucht es im Duo und im Team?
- Laut dem Reglement der UFOLEP sind es im Duo mindestens 2 Austausche und 1 Zwei-Baton-Sequenz pro Athletin oder Athlet, im Team mindestens 3 Austausche und 2 Zwei-Baton-Sequenzen. Diese Schwellen gelten nur für die UFOLEP und nicht zwangsläufig für andere Verbände; außerdem ändern sich die Regeln von Saison zu Saison — prüfe das Reglement deines Wettkampfs.
- Wie ist die Wettkampffläche im Wettkampf aufgeteilt?
- Die Fläche wird von den Linien eines Hallenfeldes markiert: weiße Linien (Tennis) für Solos, die gelbe Linie (Handball) für Duos und Teams. Sie ist in Abschnitte unterteilt, und die Kür muss zwingend durch alle 5 Abschnitte führen (Mittelkreis sowie vorne und hinten jeweils rechts und links), dazu kommen eine Bodenpassage und der „hohe“ Raum, also der Sprung. Wer die Fläche verlässt, wird vom Eingangskampfrichter bestraft, und Hebungen zählen als eigene Räume.
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Twirling und Majoretten: Gruppenformationen, Austausch, Wettkampffläche, Umzug oder gewertete Vorführung und die Reglements von UFOLEP, FFSTB und IBTF.
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